Zuzahlung für die Häusliche Krankenpflege

Leistungsbereich SGB V

Zuzahlung

Anmerkungen

Häusliche Krankenpflege nach
§ 37 Abs. 5 SGB V

10 % der Kosten,
max. 28 Tage pro Kalenderjahr,
zzgl. 10 € je Verordnung

gilt nicht für Versicherte, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben

Haushaltshilfe nach
§ 38 SGB V

10 % der kalenderjährlichen  Kosten, mind. 5 €, max. 10 €

 

Arztbesuch,
§ 28 Abs. 4 SGB V

 

 

Arznei- und Verbandmittel,
§ 31 SGB V

10 % der Kosten,
mind. 5 €, max. 10 €,
aber max. tatsächliche Kosten

 

Heilmittel,
§ 32 SGB V

10 % der Kosten,
zzgl. 10 € je Verordnung

wie z. B. Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie oder Massage

Krankenhaus,
§ 40 SGB V und Anschlussrehabilitation

10 € pro Tag,
max. 28 Tage pro Kalenderjahr

 

Hilfsmittel, § 32 Abs. 2 S. 4 SGB V

10 % der Kosten,
mind. 5 €, max. 10 €,
aber max. tatsächliche Kosten

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel: 10 % je Verbrauchseinheit, nicht mehr als 10 € pro Monat

Höchstzuzahlungen im Kalenderjahr (Belastungsgrenze)

Die bisherige vollständige Befreiung von Zuzahlungen wurde abgeschafft. Der Gesetzgeber hat die Zuzahlungen für alle Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 2 % bzw. 1 % bei chronisch Kranken des Haushalts-Jahresbruttoeinkommens zum Lebensunterhalt begrenzt (= Belastungsgrenze).

Familien erhalten Kinderfreibeträge, bei Beziehern von Sozialhilfe gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Berechnungsgrundlage für die Belastungsgrenze.

Ist der maximale prozentuale Anteil an Zuzahlungen innerhalb des Kalenderjahres erreicht, müssen keinerlei weitere Zuzahlungen innerhalb des Kalenderjahres geleistet werden.

Belege sammeln

Ärzte, Apotheker, Therapeuten, Kliniken - bei der häuslichen Krankenpflege die Krankenkassen - müssen den Patienten personifizierte Quittungen über geleistete Zuzahlungen ausstellen. Wer seine persönliche Belastungsgrenze erreicht hat, erhält von der Krankenkasse eine entsprechende Bescheinigung und muss für den Rest des Jahres keine Zuzahlungen mehr leisten.

Am 17. Oktober 2014 hat der Deutsche Bundestag in zweiter und dritter Lesung das erste Pflegestärkungsgesetz beschlossen.

Wir informieren Sie nachfolgend über die Änderungen und Erneuerungen bei den Pflegeleistungen!

Die Überleitung in die neuen Pflegegrade erfolgt automatisch und nach gesetzlich vorgegebenen Regeln. Pflegebedürftige müssen keinen neuen Antrag zum Jahreswechsel stellen, um für das nächste Jahr dem entsprechenden Pflegegrad zugeordnet zu werden. Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Beeinträchtigungen erhalten anstelle der bisherigen Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad, zum Beispiel statt Pflegestufe I den Pflegegrad 2. Pflegebedürftige, bei denen eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wurde, erhalten den übernächsten Pflegegrad, zum Beispiel statt Pflegestufe I den Pflegegrad 3. Eine Bestandschutzregelung stellt sicher, dass dabei niemand schlechtergestellt wird. Im Gegenteil: Für viele Pflegebedürftige wird sich der Leistungsumfang sogar verbessern.

Überleitung der Pflegestufen zu Pflegegraden

Alt

Neu

 
keine PflegestufePflegegrad 1 
   

Pflegestufe 0 mit eingeschränkter 
Alltagskompetenz              

Pflegegrad 2    

 

Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe I

Pflegegrad 2

   

Pflegestufe I mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe II

Pflegegrad 3

   

Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 4


Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe III

Pflegegrad 4

   

Pflegestufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 5


Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Härtefall

Pflegegrad 5

Hinweis: In den Pflegegrad 1 kann nicht übergeleitet werden. Dieser wird nur für neue Einstufungen ab 2017 vergeben.

Ab 1. Januar 2017 gelten die folgenden Beträge für Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden.

Leistung

Pflege-

grad 1

Pflege-

grad 2

Pflege-

grad 3

Pflege-

grad 4

Pflege-

grad 5

Pflegegeld

---

316 Euro

545 Euro

728 Euro

901 Euro

Pflegesach-
leistung

---*

689 Euro

1.298 Euro

1.612 Euro

1.995 Euro

Teilstationäre
Pflege

---*

689 Euro

1.298 Euro

1.612 Euro

1.995 Euro

Entlastungs-
betrag

125 Euro

125 Euro

125 Euro

125 Euro

125 Euro

Kurzzeitpflege,
jährlich

---*

1.612 Euro

1.612 Euro

1.612 Euro

1.612 Euro

Verhinderungs-
pflege, jährlich

---

1.612 Euro

1.612 Euro

1.612 Euro

1.612 Euro

zum Verbrauch
bestimmte
Pflegehilfsmittel

40 Euro

40 Euro

40 Euro

40 Euro

40 Euro

Vollstationäre
Pflegeleistungen

125 Euro

770 Euro

1.262 Euro

1.775 Euro

2.005 Euro

*) Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat nutzen. Monatlich nicht verbrauchte Beträge können innerhalb eines Kalenderjahres angespart und bis zum 30. Juni des Folgejahres verbraucht werden. 

Verbesserungen für Menschen mit Demenz

Das neue Begutachtungsinstrument ermittelt den individuellen Hilfebedarf zum Beispiel von Menschen mit Demenz deutlich besser als bisher. In der Regel werden dadurch auch eine höhere Einstufung und bessere Leistungsansprüche als zuvor erreicht. Das gilt auch für Menschen mit Demenz, die bereits Leistungen erhalten. Mit der Überleitung in die Pflegegrade machen sie einen sogenannten Zwei-Stufen-Sprung und werden dadurch automatisch bessergestellt.

Ab 1. Januar 2017 gelten die folgenden Beträge für Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden.

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2016 pro  Kalenderjahr bis zu

Leistungen ab 2017 pro  Kalenderjahr bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*) I, II oder III

    1.612 Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen

 

Pflegegrad 2-5

    

1.612 Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne  von § 45a SGB XI - das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege. Diese sogenannte Verhinderungspflege kann etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte, ehrenamtlich Pflegende oder nahe Angehörige erfolgen.

Seit dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) künftig zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 Prozent des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspfleg ein Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet. Seit dem 1. Januar 2016 wird auch die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes für bis zu sechs Wochen im Jahr fortgewährt.

Ab 1. Januar 2017 stehen die Leistungen der Verhinderungspflege den Versicherten der Pflegegrade 2 bis 5 zu.

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen 2016 pro  Maßnahme bis zu

Leistungen ab 2017 pro  Maßnahme bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*), I, II oder III

4.000 Euro (bis 16.000 Euro, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen )

 

Pflegegrade 1-5

 

4.000 Euro (bis 16.000 Euro, wenn mehrere Anspruchsbe- rechtigte zusammen wohnen)

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne  von § 45a SGB XI - das sind vor allem an Demenz erkrankte

Wenn Versicherte zu Hause gepflegt und betreut werden, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an ihre besonderen Belange anzupassen. Hierfür leistet die

Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse. Diese wurden zum 1. Januar 2015 deutlich angehoben.

Ab 1. Januar 2017 haben auch Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher im neuen Pflegegrad 1 Anspruch auf diese Zuschüsse.

Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, können sogenannte zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen. Diese sollen die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen unterstützen, zum Beispiel zur Sicherstellung einer Betreuung im Alltag oder zur Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung oder der Organisation des Pflegealltags.

Ab 1. Januar 2017 erhalten Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die ambulant gepflegt werden, einen einheitlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Dieser ersetzt die bisherigen zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI. Der Entlastungsbetrag ist keine pauschale Geldleistung, sondern zweckgebunden. Er kann zur (Ko-)Finanzierung, einer teilstationären Tages- oder Nachtpflege, einer vorübergehenden vollstationären Kurzzeitpflege oder von Leistungen ambulanter Pflegedienste (in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung) verwendet werden. Außerdem kann er für Leistungen durch nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden.

Der Entlastungsbetrag wird zusätzlich zu den sonstigen Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege gewährt, er wird mit den anderen Leistungsansprüchen also nicht verrechnet. Nicht (vollständig) ausgeschöpfte Beträge können innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in die Folgemonate bzw. am Ende des Kalenderjahres noch nicht verbrauchte Beträge können in das darauffolgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse oder den Pflegestützpunkt, diese beraten Sie gerne.